Der Schorndorfer Familienpass – ein Zeichen für mehr soziale Gerechtigkeit

Veröffentlicht am 13.05.2008 in Kommunalpolitik

Beitrag im Schorndorfer Wochenblatt von SPD Stadtrat Thomas Berger - Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt gab es in Schorndorf ein Jubiläum – der „Schorndorfer Familien- und Kulturpass“ (Sozialpass) feierte im Januar seinen zwanzigsten Geburtstag. Trotz Fortschreibung ist der Sozialpass - zumindest begrifflich - stark in die Jahre gekommen. Ganz im Gegensatz zu dem Gedanken der hinter ihm steht, nämlich Menschen und Familien in Schorndorf, in besonderen Lebensumständen, zu entlasten. Deshalb war der SPD-Fraktion auch eine neue Ausrichtung wichtig. So gut die Idee hinter dem „Sozialpass“ war, so stigmatisierend war seine Bezeichnung, denn es geht nicht um das Verteilen von Almosen, sondern um die Erkenntnis, dass es auch bei uns Menschen gibt, die aufgrund mangelnder finanzieller Möglichkeiten am Rand der Gesellschaft stehen.

Auf den ersten Blick mag man denken, dass es dieses Phänomen schon immer gab und es auch nur wenige betrifft. Betrachtet man jedoch die aktuellen Zahlen und spricht mit den Menschen, so zeichnet sich uns ein anderes Bild. Mal ehrlich: Hat Geld denn je einen höheren Stellenwert genossen? Angefangen von Markenkleidung für die Kinder, über steigende Kosten für Schullandheime und andere Freizeitaktivitäten hat sich unsere Gemeinwesen immer mehr zur teuren Angelegenheit entwickelt, in der die gesellschaftliche Teilhabe enger denn je mit dem finanziellen Leistungsvermögen verbunden ist.

Die Gründe weshalb vielen Menschen ihr Geld schlicht nicht mehr reicht, sind dabei so vielgestaltig wie die daraus resultierenden Wirkungen. Da werden ein Besuch im Hallenbad für eine fünfköpfige Familie, verbunden mit dem Wunsch auf eine Portion Pommes, ebenso zum finanziellen Kraftakt wie der Beitrag für die Jugendmusikschule für die alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern und Minijob. Man muss wohl leider zunächst akzeptieren, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse so sind, wie sie derzeit sind und hier grundlegende Umbrüche sehr viel Zeit benötigen. Aber Resignation bringt selten weiter und ist an diesem Punkt nicht angesagt. Genau hier setzt der neu gestaltete Schorndorfer Familienpass an. Sei es bei der Reduzierung des Eintritts für Bäder, der Unterstützung von Schullandheimaufenthalten und Hilfen bei den Kosten für Schulverpflegung, etc.

Das Ziel ist klar: konkrete Hilfe anstelle philosophischer Weltverbesserungsansätze. Der Familienpass ist hierbei jedoch nur ein erster Schritt zu mehr sozialer Gerechtigkeit. Man könnte sich da noch vieles vorstellen: Einbindung der Vereine, die Einführung eines Familienpass-Plus als Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit - und was spricht denn eigentlich gegen ein günstiges „Familienpassessen“ beim örtlichen Gastronom?

Nach dem Motto von Kästner: „Es gibt nichts Gutes- außer man tut es“ wollen wir ihnen Mut machen, mit ihren Ideen auf die Verwaltung zuzugehen. Die SPD-Fraktion steht voll hinter dem Familienpass, jetzt liegt es an allen Berechtigten ihn auch zu beantragen und ausgiebig zu nutzen - wir würden uns darüber freuen.

Weiter Informationen und Antragsformular zum Download gibt es hier

 
 

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