Neue Medien sind Herausforderung für Familien

Veröffentlicht am 08.07.2009 in Pressemitteilungen
Aktivspielplatz

Auf Einladung der Schorndorfer SPD und des Kinderschutzbunds gab der Schorndorfer Kinderarzt Ralf Brügel etwa 50 Eltern konkrete Tipps für den Umgang mit Computer, Fernsehen und Handy in der Familie und ging auf erzieherische Fragen der Eltern ein.

Brügel verglich die neuen Herausforderungen durch die Zunahme der Fernsehkanäle und das Auftauchen von Handys und Spielkonsolen mit der aufkeimenden Umweltverschmutzung der 70er Jahre. Auch damals sei die Gesellschaft zunächst vom Ausmaß der Problematik geschockt gewesen und habe Zeit gebraucht, um mit geeigneten Maßnahmen auf die Probleme zu reagieren. „Wir müssen jetzt etwas gegen die neuen Verschmutzung tun“ appellierte Brügel an Eltern, Erzieher, Politiker und Verantwortliche in den Medien. Kindererziehung sei im Umgang mit Neuen Medien genauso gefragt, wie etwa das Einfordern des täglichen Zähneputzens oder einer gesunde Ernährung. Aus seiner beruflichen Praxis berichtete Brügel, dass falsche oder gar keine Medienerziehung auch kein Schichtenproblem sei. „Das geht quer durch“. Auch gutsituierte Eltern erlaubten Vorschulkindern indiskutable drei Stunden täglichen Fernsehens. „Begeisterungsfähigkeit wecken, viel loben, aufgestellte Regeln durchhalten und den Kindern nicht alles abnehmen“ seien Erziehungsgrundsätze die Eltern konsequent verfolgen sollten. Mütter und Väter dürften sich auch nicht verunsichern lassen, wenn Kinder ausscheren und gezielt Regeln verletzen oder Unerwünschtes tun: „Wenn die Grundrichtung in der Erziehung stimmt, kommen die Kinder immer wieder zurück“ so Ralf Brügel. In der anschließenden Diskussion wurden von den Eltern auch Forderungen an die Politik formuliert. „Wir haben eine gesellschaftliche Unordnung und keine Lösungen. Damit kommen viel Eltern nicht klar und sind dann bei der Kindererziehung überfordert“ sagte eine Mutter mit Blick auf die geänderten Familienbilder und Anforderung der Arbeitswelt. Fehlende oder schlechte Kinderbetreuung und Mängel im Schulsystem waren die Hauptkritikpunkte. Für die Schorndorfer SPD sprach sich deren Vorsitzender Hans-Ulrich Schmid für eine „Aufholjagd bei der Kinderbetreuung“ aus, die Schorndorf, aber auch das Land zu leisten habe. Kleinere Gruppen, Ganztagsschulen, die ihren Namen verdienten, und eine Ausbau der Betreuung bei unter Dreijährigen und in den Ferien stünden auf der Tagesordnung. Längeres gemeinsames Lernen bis Klasse sechs und die Zusammenführung der Haupt- und Realschulen in neue Regionalschulen seien das Konzept der SPD. Praktische Tipps und Hinweise des Kinderarztes Ralf Brügel zum Thema:
  • je kleiner das Kind, desto schädigender die Wirkung von Fernsehen und Neuen Medien
  • Fernsehen fördert nicht die Sprachentwicklung
  • der Zusammenhang zwischen hohem Fernsehkonsum und Übergewicht ist belegt
  • kein Fernsehen für unter Zweijährige. Im Vorschulalter nicht mehr als 25 Minuten.
  • keine Geräte ins Kinderzimmer
  • Kinder im Vorschulalter nicht allein Fernsehen lassen. Gesehenes besprechen und Rückfragen möglich machen.
  • Fernsehen und Computer sollen nicht als Strafe oder Belohnung eingesetzt werden (Überhöhung)
  • kein „Nebenbeifernsehen“
  • bei kleinen Kindern feste Regelzeiten einführen und durchhalten
  • Kindern erklären, dass keine Weitergabe persönlicher Daten und Treffen mit Fremden im Internet sein dürfen
  • (Lern-)software mit positiver Rückmeldung für Kinder ist unproblematisch
  • ältere Kinder, die ein Handy haben nicht dauernd anrufen und überwachen
  • Prepaidhandys sind besser als Verträge
  • Grundschulkinder müssen nicht an Computer um fit fürs Berufsleben zu werden
  • Eltern sollten wissen, was auf den Rechnern der Kinder läuft
 
 

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