Statement zur Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge in Schorndorf

Veröffentlicht am 20.09.2022 in Fraktion

Viele Menschen sind auf der Flucht und suchen Sicherheit in Deutschland. Immer mehr Menschen kommen auch nach Schorndorf und werden hier von der Verwaltung, den Ortschaften, Sozialunternehmen, Vereinen, privaten Initiativen und Privatpersonen aufgenommen und begleitet (Stadt richtet Notunterkünfte für Geflüchtete ein).

„Wenn du mehr hast, als du brauchst, baue nicht höhere Zäune, sondern längere Tafeln“. Haben wir mehr als wir brauchen? Haben wir die Möglichkeit, auf etwas Luxus zu verzichten und unseren Konsum einzuschränken? Ich meine ja! Und dazu muss ich nur mit der Generation meiner Großeltern über ihre Erfahrungen im und am Ende des zweiten Weltkrieges sprechen.

Als direkte Folge des zweiten Weltkrieges wurde durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen unter anderem die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet, in deren Artikel 14 auch das Recht auf Asyl aufgeführt ist: „Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen“.

Liebe Schorndorferinnen und Schorndorfer, es sind ungewohnt angespannte Zeiten. Richten wir unseren Blick dennoch auf die vielfältigen Ressourcen, finden wir gemeinsam Lösungen für Problemstellungen vor Ort, arbeiten wir zusammen für unsere Stadtgesellschaft. Wir haben das Glück, in einem demokratischen Sozialstaat auf gegenseitige Solidarität vertrauen zu können.

Wir haben Leerstände im Gewerbe und im privaten Eigentum. Bieten sie ihre Immobilie der Stadt als Mieterin an und wenn es nur ein paar Monate sind. Die Unterbringung von Hilfesuchenden in Turnhallen ist nicht menschenwürdig! Und es ist auch kein guter Zustand, unsere Sportvereine, Schulen und sonstigen Nutzerinnen und Nutzer zwangsläufig vor die Türe zu setzen. Kurzfristig müssen wir diesen Weg gehen, mittelfristig brauchen wir bessere Lösungen.

Wenden sie sich mit ihren Ideen an uns Stadträtinnen und Stadträte, schreiben sie der Stadtverwaltung ihre Anregungen und denken sie an die Menschen, die weniger haben als sie.

 
 

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