Bundesminister a.D. Volker Hauff hielt bei der Rems-Murr-SPD eindrucksvolle Lichtmessrede

Veröffentlicht am 11.02.2012 in Kreisverband

Langfristiges Handeln setzt langfristiges Denken voraus

Zu ihrem 10. Lichtmessempfang hatte die SPD Rems-Murr ins Bürgerhaus nach Unterweissach eingeladen. Der ehemalige Bundesminister Dr. Volker Hauff hielt dort eine eindrucksvolle Rede zum Thema Nachhaltigkeit. Für ebenso deutliche musikalische Akzente sorgte der lokale Liedermacher Stefan Wolters.

Aus Backnanger Kreiszeitung v. 7.2.2012

Von Mathias Klink

WEISSACH IM TAL. Proppenvoll war’s im Bürgerhaus, als SPD-Kreisvorsitzender Jürgen Hestler zum Lichtmessempfang begrüßte. So voll, dass ein aus Backnang angereister Besucher scherzhaft von der „Wärmestube der SPD“ sprach. Launige Erkenntnisse aus Bauernregeln zum namengebenden Anlass des Treffens sowie deren mögliche Auswirkungen stellte „Lichtmessologe“ Hestler in den Mittelpunkt seiner kurzweiligen Begrüßungsrede. Wobei er erwähnenswerte farbpsychologische und historische Betrachtungen zu diesem „Tag der kleinen Leute“, der Neuorientierung oder der Besinnung ebenfalls nicht außer Acht ließ. Zu einer politisch-poetischen Reise durch die Welt des Lichtmesstages lud Stefan Wolters mit fünf Liedern ein. Sich selbst als Proletariersohn charakterisierend, bezeichnete der gebürtige Rheinländer namentlich das tiefsinnige Stück „Kopf oder Zahl“ als persönlichen Beitrag zur neuerlichen Programmdiskussion.

Nach Hestlers Worten ebenfalls aus dem rheinländischen Exil in seine schwäbische Heimat zurückgekehrt, sprach Volker Hauff zum Thema Nachhaltigkeit. Fast zehn Jahre lang war der ehemalige Forschungsminister im Kabinett Schmidt Vorsitzender im Rat für Nachhaltigkeit der Bundesregierung gewesen. Nachhaltigkeit sei in aller Munde, betonte der gebürtige Backnanger gleich zu Beginn seines Vortrags, was er mit zahlreichen Beispielen belegen konnte. Aufgrund der dennoch widersprüchlichen Lage und fehlendem persönlichen Engagement prognostizierte Hauff indes einen langen Lernprozess. „Man muss bei sich selber anfangen“, war er sich sicher. „Nachhaltigkeit verlangt an das Ende zu denken“, betonte er angesichts endlicher Ressourcen, gebotener Fairness und Zukunftsfähigkeit. Nur so sei man auf dem richtigen Weg. Hauff ermahnte, den Blick für Künftiges zu behalten. „Es tut sich was“, stellte er jedoch hinsichtlich einer positiven Trendstudie zum Thema Nachhaltigkeit fest. Dass der Slogan „Geiz ist geil“ an seine Grenzen stoße, untermauerte er mit dem Beispiel der Firma Schlecker.

Bezüglich Veränderungen etwa zum Thema Energiewende sei die Erinnerung und Besinnung auf frühere Grundwerte wichtig. „Die Situation ist alles andere als klar“, erläuterte der Politiker jedoch hinsichtlich momentaner grundlegender Umwälzungen wie dem demografischen Wandel oder der Klimapolitik. „Nachhaltigkeit wird das spannende Thema des 21. Jahrhunderts werden“, lautet daher seine Überzeugung. Sie habe mit langfristigem Handeln zu tun, welches langfristiges Denken voraussetze. Von einer positiven Entwicklung in diese Richtung sei man heute jedoch noch weit entfernt. „Vieles läuft schief“, so Hauff, wofür er eindrucksvolle Beispiele der Herausforderungen anführte. Visionen seien gefragt, die sich in der praktischen Politik bewähren. Nicht nur angesichts einer „neuen Unterschicht“ oder dem gegenwärtigen Finanzsystem sprach er von „harten Proben“ und stellte abschließend ein Dilemma vor Augen, in dem ein immenser Wohlstand einem brüchigen Wohlbefinden gegenüberstehe. „Die Aufgabe ist groß“, lautete Hauffs Resümee nach einem drastischen Zitat vom Erfinder des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab. Chancen und Konflikte zur Thematik der Nachhaltigkeit, aber auch der Punkt Finanzmarkttransaktionssteuer wurde von Christian Lange in seinem Dankeswort kurz angerissen. Wie bereits Hauff rief auch das Bundestagsmitglied abschließend dazu auf, den Worten schließlich Taten folgen zu lassen.

 
 

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