Ganztagsschule - viel Engagement, zu wenig Geld

Veröffentlicht am 04.07.2007 in Kommunalpolitik
Schule
Ganztagsschule - mehr als Unterricht

Auf Einladung der Schorndorfer SPD diskutierten die Bildungs- und Sozialexpertin der SPD-Landtagsfraktion Katrin Altpeter am Dienstagabend gemeinsam mit dem Rektor der Keplerschule, Dieter Leins, der Lehrerin und Stadträtin Silke Olbrich und interessierten Bürgerinnen und Bürgern über Chancen und Versäumnisse bei der Ganztagsschule.

Bei den Referenten aber auch bei den anwesenden Eltern, Lehrern und Sozialarbeitern herrschte Übereinstimmung, dass der jetzt angegangene Umbau einiger Schorndorfer Schulen zu Ganztagsschulen der richtige Weg ist. Dieter Leins ist es in der Keplerschule trotz sehr knapper Mittel gelungen, ein attraktives Angebot für die Kinder auf die Beine zu stellen. So kooperiert die Schule künftig z. B. mit der SG Schorndorf, der Jugendmusikschule und dem Musikverein. Allerdings müssen einige Angebote und das Mittagessen (3 Euro) kostenpflichtig sein. Immer wieder wurde deutlich, dass die schwache personelle und finanzielle Ausstattung der Ganztagsschule zu Problemen führt. Die Keplerschule erhält nicht einmal vier zusätzliche Deputate, um vier Nachmittage mit Unterricht zu füllen und muss mit einen Sozialpädagogen für 480 Schüler auskommen.

Katrin Altpeter: „Es kann nicht sein, dass das Land dankbar Geld vom Bund nimmt um über 500 Ganztagsschulen im Land baulich zu fördern, dann aber nicht bereit ist, diese auch mit den dringend benötigten Unterhaltsmitteln auszustatten.“

Viele Schulen würden daher Hilfslehrer einsetzen, die für ein geringes Salär arbeiten müssten, so Silke Olbrich. Zurzeit funktionieren die Ganztagsschulen vor allem weil sich Eltern und Lehrer weit über das normale Maß hinaus engagieren. Trotzdem zog Olbrich aus ihrer Praxis an einer Rudersberger Ganztagsschule ein positives Fazit. Durch die neue Schulform habe sich etwa das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern verbessert.

Silke Olbrich betonte, dass die Praxis des Landes, Kosten für zusätzliche Deputate, Sozialarbeiter und Hilfskräfte der Stadt aufzuladen, nicht korrekt sei: „Bildung ist Landessache und muss auch vom Land finanziert werden.“

Katrin Altpeter stellte fest, dass der Weg zu einer Ganztagsschule nur ein erster Schritt sein könne. In einem nächsten Schritt will sich die SPD auf den Weg zur 10-jährigen gemeinsamen Schulzeit und einer besseren Förderung für Leistungsstarke und Leistungsschwache machen. Die Schule soll die jungen Menschen in allen Bereichen individuell fördern und fordern. Sie soll nicht die Besten auswählen, sondern das Beste aus der einzelnen Person herausholen. Dies gelinge, wenn Kinder und Jugendliche länger gemeinsam lernen. Hiervon würden alle profitieren, so Altpeter.

 
 

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